Raffael.

Nach einer musikalisch sehr intensiven Zeit mit sehr vielen Konzerten und meinem Fokus nur auf der Musik, hab ich mich jetzt eine kleine Weile so gar nicht mit dem Typen auf den Bildern und seiner Stimme identifizieren können und will das gerne wieder ändern. Deshalb hier erstmal ein paar ehrliche Hardfacts, der professionelle Infotext folgt weiter unten:

– ich halte die meisten der Texte die ich schreibe für richtig genial. 
– ich halte mich für einen durchschnittlichen Gitarristen und Sänger.
– ich halte mich meistens für einen unglaublich tollen, mutigen, tiefsinnigen, richtig klugen, begabten Typen.
– ich halte mich an manchen Tagen für minderwertig, verkopft, eitel und peinlich. Ich würde gerne besser aussehen. 
– ich geh in erster Linie auf die Bühne weil ich mich mit meinen Ängsten konfrontieren will.
– in zweiter Linie weil ich mir Wertschätzung, Lob und Anerkennung vom Publikum wünsche. 
– und erst an dritter Stelle weil ich etwas geben will. Ich hoffe das steht irgendwann an erster Stelle. 
– ich schäme mich oft für meine rechte Hand an der „nur“ zwei Finger sind.
– ich finde mich auch oft geil weil ich „trotzdem“ Gitarre spiele und auf die Bühne gehe.
– ich freue mich vor allem wenn junge, hübsche Frauen zu meinen Konzerten kommen, mich anlächeln und ich mir vorstellen kann, dass sie mich bewundern. Ist wohl so ein biologisches Ding. Und es ist mir peinlich. Ich komme mir oberflächlich vor das zu schreiben.
– bei vielen Fotos auf dieser Homepage habe ich mich unwohl und nicht wie ich selbst gefühlt.
– das gilt auch für viele der Konzerte.
– die liebsten Konzerte sind mir die bei denen ich ehrlich bin und nicht andauernd kontrollieren will was ich für eine Wirkung auf die andern habe. 
– ich bin ein Bisschen stolz auf das erfolgreiche Crowdfunding, die dazugehörige CD und den Jugendkulturpreis vom Landkreis Freising. Und wirklich viel bedeutet mir das alles nicht. 

Hier unten folgt jetzt der alte, unpersönlichere Text der hier früher schon stand und der gefühlt von jemand anderem handelt. Ich stell mir grade vor ein Marktschreier mit Schnauzer und osteuropäischem Dialekt schreit ihn mir übertrieben laut entgegen und ich muss lachen:

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Raffael Luto ist Sänger, Songwriter, Poet und Geschichtenerzähler.
Seine Geschichten werden Gedichte, seine Gedichte werden Lieder. Ohne dabei verkopft zu wirken, verbindet der frisch gebackene Jugendkulturpreisträger des Landkreis Freising seine Poesie mit Singer/Songwriter-Sound und berührt dabei sein Publikum – mal mit live-Band, mal ganz alleine – durch tiefgründige Inhalte in die man sich fallen lassen kann. Durch ein erfolgreiches Crowdfunding wurde im Mai 2017 die erste CD-Veröffentlichung realisiert. Sowohl auf der CD als auch auf den Konzerten sind, neben den Liedern, auch regelmäßig Raffaels Gedichte zu hören. Wer möchte, kann bei „Tschu Tschu“ eine Anlehnung an R.M. Rilke hören:

„Ich lebe mein Leben von Zeit zu Zeit und immer ist es die Gleiche mein Gleis ist die Beständigkeit und die Sehnsucht meine Weiche“

und wer will, darf bei „Goodbye Descartes“ aus dem ewigen Verstandeskarussell austreten:

„Jeder Fluss mündet am Ende immer nur in sich
Goodbye Descartes. Ich fühle – also bin ich.“

In seiner Zeit als Frontmann einer Indie-Deutschrock-Formation, wurde Raffael einmal von einer Journalistin als eine Mischung aus Bob Dylan und dem französischen Dichter Arthur Rimbaud verglichen. Um diesem ehrenvollen Vergleich gerechter zu werden und um seine Texte noch mehr in den Fokus zu rücken, beschloss er 2015 sich als Liedermacher bzw Singer/Songwriter selbstständig zu machen. Nach einer mehrmonatigen Selbstsuche auf dem Jakobsweg und einem abgebrochenen Philosophiestudium diente damals ein Auftritt mit der Neuseeländischen Popgröße Brooke Fraser in der Münchener Backstagehalle als Initialzündung.

Die Leichtigkeit in der Schwere, die Stille mitten im Trubel – der junge Songwriter ist in den Zwischenräumen zuhause – jedoch nie ohne klar zu machen, dass hinter allem Zwiespalt eine grenzenlose Zuversicht liegt.

Wie im Song „Die Studie“ in dem es heißt:

>> Eine Studie hat ergeben: es ist ein wundervolles Leben <<